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Eishockey
Respekt für diesen Rücktritt

Die sportliche Bilanz spricht gegen Trainer Hannu Järvenpää.
Die sportliche Bilanz spricht gegen Trainer Hannu Järvenpää. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Der Rücktritt von Hannu Järvenpää als Trainer der Lausitzer Füchse verdient Respekt, findet RUNDSCHAU-Sportreporter Frank Noack. In seinem Kommentar erklärt er, warum dieser Rücktritt aber auch konsequent ist. Und, was der Nachfolger jetzt tun muss.

Der Rücktritt von Hannu Järvenpää als Trainer der Lausitzer Füchse verdient Respekt. Weil Järvenpää von sich aus den Weg für einen Neuanfang freimacht, obwohl die Vereinsführung gern mit dem feinen Menschen aus Finnland weitergearbeitet hätte. Die Verantwortlichen im Fuchsbau hatten dem „DEL2-Trainer des Jahres“ der Vorsaison durchaus zugetraut, das Team aus der sportlichen Krise zu führen.

Der Rücktritt ist allerdings auch konsequent. Denn die Bilanz in dieser Spielzeit fällt ernüchternd aus. Die Füchse haben erst 19 Punkte aus 21 Spielen geholt. Zuletzt gab es mehrere schmerzhafte Niederlagen gegen Konkurrenten im Tabellenkeller. Selbst die mit großen Erwartungen zurückgeholten Stürmer Roope Ranta und Jeff Hayes konnten das Team bislang noch nicht so mitreißen, dass sich das auch dauerhaft in Ergebnissen niederschlägt.

Dabei hatte doch der jüngste 6:1-Sieg gegen Meister Löwen Frankfurt gezeigt, was möglich ist. Aber dieses Leidenschaft und den unbedingten Willen in den Zweikämpfen hat man im Fuchsbau in dieser Saison nur selten gesehen.

In der vergangenen Saison hat Järvenpää fast alles richtig gemacht. Er ließ ein schnelles, begeisterndes Eishockey spielen. Bei der Vertragsverlängerung im April bekam er noch mehr Verantwortung im sportlichen Bereich übertragen. Dass es nach dem Einzug in die Playoff-Runde und dem Abgang zahlreicher Leistungsträger nicht einfach werden würde, war zwar schon im Sommer klar. Aber Järvenpää ist es nicht gelungen, ein Team zu formen, das zumindest einen Tabellenplatz fernab der Abstiegsangst garantiert.

Speziell die Spieler auf den Ausländer-Positionen bleiben bislang hinter den Erwartungen zurück. Beispiel Christopher Bodo: Järvenpää kannte ihn aus Ungarn und holte ihn nach Weißwasser. Bodo war letztlich ein Fehleinkauf – sein Vertrag wurde wieder aufgelöst. Dabei sollen doch gerade diese Kontingentspieler als Leistungsträger vorangehen.

Der Nachfolger von Hannu Järvenpää muss nachweisen, dass die Mannschaft wirklich besser ist als der vorletzte Tabellenplatz. Und er muss wieder mehr Spielfreude in die Köpfe reinbringen.

Was trotzdem bleibt, ist die Erkenntnis: Menschlich und fachlich liegt die Messlatte nach der Ära Järvenpää jedenfalls hoch.

Frank Noack
Frank Noack FOTO: Sebastian Schubert / LR