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Debatte um Amtszeiten
Schluss nachzehn Jahren

FOTO: Sebastian Schubert / LR
Die Worte von Heide Simonis sind in der Politik legendär: Als sie zum vierten Mal Schleswig-Holsteins Regierungschefin werden wollte und in vier Wahlgängen durchfiel, fragte sie: Und was wird aus mir? Mit Blick auf den Zoff um Regierungsbildung und Personaldebatten in Berlin kommt die Forderung von Markus Söder nach Begrenzung der Amtszeiten für Ministerpräsidenten gerade recht: Schluss nach zehn Jahren. Von Christian Taubert

Dass der Bayer damit jetzt vor seiner Wahl im Freistaat hinterm Ofen vorkommt, mag politisches Kalkül sein. Es könnte aber auch mit den selbst erlittenen Verletzungen zu tun haben, die der amtierende Horst Seehofer dem lange ungeliebten Nachfolger beigebracht hat. Wenn Bayern hier mit einer Neuregelung vorprellt, wäre das tatsächlich „ein neues demokratisches Kapitel in Deutschland“. Denn die Parteien könnten Nachfolgen und Erneuerungen nicht mehr aussitzen. Zudem würde der Abschied vom Amt keine Niederlage mehr sein. Und niemand müsste mehr erschrocken fragen: Und was wird aus mir? christian.taubert@lr-online.de