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Kolumne
Spurenfrei nageln à la Hollywood

Lydia Schauff
Lydia Schauff FOTO: Angelika Brinkop / LR
Lydia Schauff

Drei Tote, 45 Minuten, und ich hab keinen Schimmer. Großartig. Die Wiener Ermittler Eisner und Fellner verfolgen einen Täter, der in einer Montur herumläuft, die aussieht wie die Light-Variante eines galaktischen Sturmtrupplers im Dienste von Darth Vader. Ah. Ich habe einen Ansatz. Galaktische Verstrickungen scheiden aber mit Fortschreiten des Tatorts aus. Verdammt. Ich muss anders rangehen. „Da hat jemand gewusst, wie man spurenfrei nagelt“ bringt Bibi die Schwere, dem Täter auf die Spur zu kommen, doppeldeutig und mit trockenem Witz auf den Punkt. Großartig. Gerade als ich denke: „Na, jetzt fängt es an zu schleppen“, weil Bibi und Moritz bei Kantinenessen sehr ausführlich darüber schwätzen, das Bibi sich für die Leitung einer geplanten Mordkommission 2 bewerben wil  – Moritz fände das nicht gut, „dann wärst du ja weg“ – schaltet die Geschichte auf Düsentrieb. Bäm, bäm, bäm geht es dann. Großartig. CIA, Revolutionen als Exportschlager, Russland, falsche Identitäten, Doppelagenten, eine Verwechslung, ein ausgesetztes Baby. Ein verwobener Thrillerplot, der bekannte Verschwörungstheorien aufgreift, entspinnt sich. Am Ende ist der Täter hinüber, aber das Böse wabert spürbar im Untergrund weiter. Und Bibi bleibt, wo sie ist. Zum Glück. So geht Krimi. Hollywoodreif!