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| 09:56 Uhr

Kommentar
Hart und konsequent

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: Redaktion / LR
Für Verkehrssünder hat die Polizei Zeit, und die dicken Fische lässt man laufen. So oder so ähnlich wird es auch heute wieder in den Kommentarspalten im Internet heißen – denn Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat schließlich bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2017 ein noch härteres Vorgehen gegen Temposünder, Autobahndrängler und Rettungsgassen-Rüpel angekündigt.

Doch genau dieses Vorgehen ist richtig, konsequent und dringend erforderlich: Denn wenn Brandenburg bei der Zahl der Verkehrstoten bundesweit auf dem ersten Platz liegt, zeigt das nur, dass alles, was bislang gegen Rowdys im Straßenverkehr unternommen wurde, viel zu wenig war. Jeder, der die Vorfahrt missachtet oder mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Autobahnbaustelle fährt, gefährdet das Leben anderer. Jeder, der in einer Tempo 30-Zone mit 50 Stundenkilometern unterwegs ist, riskiert das Leben etwa von Kindern, die zwischen parkenden Autos plötzlich auf die Straße laufen können.

Verkehrssünder sind in Brandenburg für fast 150 Tote verantwortlich, denn kaum ein tödlicher Unfall geschah, ohne dass zuvor eine Verkehrsregel verletzt wurde. Schon allein das zeigt, dass es nötig ist, dass Brandenburgs Polizei an dieser Stelle noch viel stärker aktiv wird. politik@lr-online.de