ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:25 Uhr

Wiederbelebung des Zisterzienserklosters
Klostergründung in Neuzelle kommt gut voran

Ein Kloster könnte auch die Barockkirche in Neuzelle mit geistlichem Leben erfüllen. Foto: dpa
Ein Kloster könnte auch die Barockkirche in Neuzelle mit geistlichem Leben erfüllen. Foto: dpa FOTO: Patrick Pleul
Neuzelle. Die Wiederbesiedelung des Zisterzienserklosters Neuzelle kommt aus Sicht von Brandenburgs Kultusministerin Martina Münch (SPD) gut voran. Von Benjamin Lassiwe

Auch die bislang ungeklärte Frage der zukünftigen Unterkunft der aus dem österreichischen Stift Heiligenkreuz an die Neiße gezogenen Mönche scheint einer Lösung entgegen zu gehen: Gegenüber der RUNDSCHAU kündigte Münch am Rande des Neujahrsempfangs des Katholischen Bistums Görlitz an, mit dem Katholischen Büro Berlin-Brandenburg Verhandlungen über eine Überlassung des Kanzleigebäudes der Klosteranlage zum Nießbrauch der Mönche führen zu wollen. Für die bisherigen Nutzer des Gebäudes, eine Musikschule und die Forstverwaltung, werde man nach anderen Standorten suchen.

In einem Grußwort hatte sie sich zuvor ausdrücklich beim Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt dafür bedankt, dass er zum 750jährigen Stiftsjubiläum von Neuzelle die Initiative zur Wiederbesiedlung des Klosters ergriffen hatte. Am 2. September soll im Rahmen der Görlitzer Bistumswallfahrt nach Neuzelle das Kloster offiziell als „Priorat“ begründet werden. „Ich bin überzeugt, dass von diesem Projekt sehr viel Strahlkraft für die ganze Region ausgehen kann“, sagte Münch. Es sei zwar noch ein weiter Weg zu gehen, sie sei aber „überzeugt, dass uns das gelingen wird.“ Auch der Görlitzer Bischof Ipolt betonte am Samstag, er erhoffe sich von der Rückkehr der Zisterzienser nach Neuzelle wichtige Impulse für das Bistum. Ipolt betonte in seiner Ansprache zudem die Bedeutung des Religionsunterrichts. Der Unterricht leiste einen „eigenständigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der gesamten schulischen Bildung.“ Sein letztes Ziel sei es, dass die Schülerinnen und Schüler „jedem Rede und Antwort stehen können, der nach der Hoffnung fragt, die uns als Christen erfüllt.“

Überschattet wurde der Neujahrsempfang vom drohenden Arbeitsplatzabbau bei Siemens und Bombardier sowie der Insolvenz der Waggonbau Niesky. Der Görlitzer Landrat Bernd Lange würdigte dabei den Einsatz der Kirchen an der Seite der Arbeitnehmer. „Ohne die Hilfe der Kirchen in unserer Region wären wir ziemlich arm dran“, so Lange. Beide großen Kirchen hatten sich in den Tagen vor Weihnachten unter anderem an einem Adventssingen vor dem Werkstor von Bombardier beteiligt. Auch an einer Großdemonstration am kommenden Freitag, 19. Januar, wollen sie sich beteiligen. „Jeder in Deutschland soll wissen: die Lausitz hat viel zu bieten“, sagte der evangelische Generalsuperintendent Martin Herche in einem Gruwort. „Aber wir lassen uns nicht alles bieten“. Man erwarte „von den verantwortlichen Entscheidern Fairness und Augenmaß – die zu treffenden Endscheidungen dürfen dem sozialen Frieden nicht entgegenstehen.“