ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:43 Uhr

Fund ähnelt Paketbomben des DHL-Erpressers
Polizei ermittelt nach Fund von gefährlichem Umschlag in Berlin

Ein Sprengstoffroboter steht am 12.01.2018 vor einer Bankfiliale in Berlin-Steglitz, in der am Freitag eine verdächtige Versandtasche entdeckt worden ist. Techniker der Kriminalpolizei entfernten am Nachmitag die Zündvorrichtung, wie ein Polizeisprecher sagte. Anschließend untersuchte ein Roboter der Kriminalpolizei die DIN-A4-große Versandtasche, um festzustellen, ob sich Sprengstoff darin befand.
Ein Sprengstoffroboter steht am 12.01.2018 vor einer Bankfiliale in Berlin-Steglitz, in der am Freitag eine verdächtige Versandtasche entdeckt worden ist. Techniker der Kriminalpolizei entfernten am Nachmitag die Zündvorrichtung, wie ein Polizeisprecher sagte. Anschließend untersuchte ein Roboter der Kriminalpolizei die DIN-A4-große Versandtasche, um festzustellen, ob sich Sprengstoff darin befand. FOTO: Georg Moritz / dpa
Berlin. Vor sechs Wochen wird in Potsdam eine Paketbombe entdeckt. Der Fall entpuppt sich als Erpressung von DHL. Nun taucht erneut eine gefährliche Postsendung auf, dieses Mal in Berlin - auch hier führt die Spur offenbar zu dem Erpresser des Paketdienstleisters. dpa

Nach dem Fund eines gefährlichen Päckchens in Berlin ermittelt die Polizei unter Hochdruck. Die Sendung steht nach Angaben der Behörden in Zusammenhang mit dem Erpresser des Paketdienstleisters DHL. Die Versandtasche mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern war am Freitag in einer Bankfiliale aufgetaucht. Der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte: «Dieser Brief und der Inhalt hätte Menschen verletzen können.»

Nach dpa-Informationen ähnelt der Fund den Paketbomben des DHL-Erpressers. Es gebe bauartbedingte Ähnlichkeiten zu den Bomben, die in den vergangenen Monaten in Potsdam und Frankfurt (Oder) gefunden worden waren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Der Berliner Umschlag wurde jedoch nicht von DHL zugestellt.

Er war am Vormittag von einem Post-Briefträger in der Bank in der Schloßstraße im südlichen Ortsteil Steglitz abgegeben worden. Als ein Angestellter ihn öffnete, sah er Drähte und alarmierte die Polizei.

Die Berliner und die Brandenburger Polizei informierten am Abend über einen Zusammenhang zu den früheren Paketbomben. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums.

Laut dem Berliner Polizeisprecher Neuendorf enthielt der Umschlag im DIN-A4-Format «pyrotechnisches Material». Das gefundene Pulver müsse noch genauer analysiert werden. Die Kriminalpolizei untersucht, ob sich Fingerabdrücke oder DNA-Spuren finden lassen.

In Potsdam war Anfang Dezember in der Nähe des Weihnachtsmarkts eine Paketbombe in einer Apotheke abgegeben worden. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief. Damit sollten von DHL mehrere Millionen Euro erpresst werden. Anfang November war zudem eine Paketbombe an ein Geschäft in Frankfurt (Oder) geschickt worden.