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| 17:00 Uhr

Bürgermeister-Interview
Industriepark hat für Spreetal Priorität

Bürgermeister Manfred Heine (63) setzt auf die weitere Entwicklung im Industriepark.
Bürgermeister Manfred Heine (63) setzt auf die weitere Entwicklung im Industriepark. FOTO: Anja Hummel / LR
Spreetal/SChwarze Pumpe. Spreetals Bürgermeister Manfred Heine sieht gute Chancen für weitere Ansiedlungen in Schwarze Pumpe. Von Anja Hummel

Spreetals Bürgermeister Manfred Heine ist mittlerweile nur noch ehrenamtlicher Bürgermeister, weil die sächsische Gemeinde weniger als 2000 Einwohner hat. Dies werde ihrer Bedeutung aber nicht gerecht, verweist Heine auf die wirtschaftliche Bedeutung des Industrieparks Schwarze Pumpe für die Region. Der Industriepark liegt sowohl auf dem Gebiet der Stadt Spremberg als auch auf dem der Gemeinde Spreetal.

Das Dilemma: Für die Rückzahlung offener Steuern habe die Gemeinde Spreetal einen Kredit aufnehmen müssen. In einem  RUNDSCHAU-Interview äußerte sich Heine aber zuversichtlich, durch Steuereinnahmen anderer Unternehmen im Industriestandort Schwarze Pumpe den Haushalt entsprechend ausgleichen zu können. 

Ganz oben auf der Vorhabenliste der Gemeinde Spreetal stehe für das laufende Jahr jedoch die Ansiedlungsproblematik am Industriepark Schwarze Pumpe. „Wir wollen das Gründerzentrum mit Start-Up-Unternehmen pushen. Und es sind mehrere Ansiedlungen geplant, die momentan aussichtsreich verhandelt werden. Wir werden sicherlich bald das eine oder andere verkünden können“, deutete Heine an. „Das ist nicht bloß für die Gemeinde wichtig. Schwarze Pumpe ist in der ganzen Lausitz einer der größten Industrieparks.“

Angesichts des bevorstehenden Strukturwandels haben man sich entschieden, die komplette Kraft in den Standort zu stecken, an dem mittlerweile 4300 Arbeitnehmer beschäftigt seien. „Wir wollen dieses Jahr die 5000 reißen. Das ist schon eine schöne Herausforderung“, betont Heine.

In der Lausitzrunde sei man der  Auffassung, „dass wir die besten Voraussetzungen haben, die Speichertechnologie bei uns als Wirtschaftszweig zu entwickeln“, verweist er auf vorhandene Netze, Leitungen, ein großes Drehkreuz an Medientrassen, aber auch Wissenzentren wie die BTU Cottbus sowie die Hochschulen in Freiberg und Zittau. „Außerdem sind wir momentan dran, die See-Thermie zu thematisieren.“ In der Schweiz und in Schweden würden Städte komplett mit der Wärme von Seen beheizt. „Wir haben sehr viele Seen, vielleicht ist das auch für uns eine Möglichkeit. Aber für die Region muss erst einmal ein Leitbild erarbeitet werden. Das ist ein riesiger Weg, den wir vor uns haben“, so Heine, der sich wünscht, dass die Gemeinde aus der finanziellen Schräglage herauskommt. Es könne hinsichtlich des Bestandes von Kommunen nicht nur auf die Einwohnerzahl geschaut werden. „Wir haben weniger als 2000 Einwohner und alles wird daran gemessen. Aber welche Kommune hat denn so ein Industriegebiet wie wir?“, so der 63-Jährige, der jetzt aber nur noch ehrenamtlicher Bürgermeister ist. Dazu komme die Entwicklung des Seenlandes, in dem die Gemeinde Spreetal 110 Quadratkilometer Wasserflächen hat.