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| 11:42 Uhr

Tauchunfall bei Halbendorf
Tödlicher Tauchgang am Halbendorfer See

Dr. Michael Lang kam bei einem Tauchgang in Halbendorf ums Leben.
Dr. Michael Lang kam bei einem Tauchgang in Halbendorf ums Leben. FOTO: Martina Alt
Weißwaser/Spremberg. Der Leitende Spremberger Notarzt und Bad Muskauer Stadtrat Dr. Michael Lang ist am Samstag im Halbendorfer See ums Leben gekommen. Von Jürgen Scholz

Lang war demnach am Samstagnachmittag zum Tauchgang gestartet – begleitet von zwei anderen Tauchern, wie es die Vorschriften verlangen. Als der Kontakt abriss, hätten seine Tauchpartner nach ihm gesucht und ihn leblos treibend gefunden, teilte die Polizei in Cottbus mit. Wie in solchen Verfahren üblich, werde es eine konkretere Untersuchung der Todesumstände geben. Zuständig für das weitere Verfahren sind die Behörden in Sachsen.

Michael Lang war mehrere Legislaturen Stadtrat in Bad Muskau und war Fraktionsvorsitzender der Wählervereinigung im Rat. Zwischenzeitlich war er auch stellvertretender Bürgermeister in der Parkstadt. Dort ist Lang immer als kritischer Geist aufgefallen. Erst jüngst hatte er eine Ratssitzung aus Protest verlassen, als es um die Frage zur Gemeindeehe mit Krauschwitz ging. Er sah in diesem Zusammenhang die Interessen der Wähler mit Füßen getreten, forderte immer wieder eine Bürgerbefragung. Ein weiteres Thema, was er immer wieder auf die Agenda hob, war die Kurortentwicklung. Diese war aus seiner Sicht sträflich vernachlässigt worden.  In seinem jüngsten Beitrag im Muskauer Blog hatte er sich dazu erst Anfang des Jahres geäußert. „Nach fast 30 Jahren Ortsentwicklung unter ,Marktwirtschaftsbedingungen’ ist es eine bittere Wahrheit, dass in Bad Muskau die Kurortentwicklung ein kümmerliches Dasein führt“, schrieb Lang. Sie werde auf das Maß begrenzt, dass Negativschlagzeilen bislang zum Teil vermieden wurden, so Lang, der auch Vorsitzender des Vereins zur Wahrung der demokratischen Grundrechte (Bürgerverein) war. Ein 16-Punkte-Papier des Vereins hatte vor kurzem für Unmut im Stadtrat gesorgt.

Im Bereich Spremberg war er vor allem durch seine berufliche Tätitigkeit als Leitender Notarzt geschätzt, informierte über seine Arbeit und über Gesundheitsthemen, machte Mut. Seit einigen Jahren spielte Michael Lang Gitarre. Dies nutze er für kleine Konzerte, um Spenden einzuwerben. In Bad Muskau sammelte er erst am Jahresende Geld für die Verbesserungen am historischen Brunnen auf dem Marktplatz. Auch in Spremberg hatte er ein Benefizkonzert gegeben, für März war das nächste geplant. Die Musik war für Lang Entspannung. Wie das Tauchen.

Die hat er offenbar auch am Samstag gesucht. Weil der Bad Muskauer beim Neujahrstauchen nicht teilnehmen konnte, hatte er Reinhard Sprigade gebeten, ihn bei einem entspannten Tauchgang zu begleiten, so der erfahrene Tauchlehrer aus Köbeln. Sprigade traf sich nach eigenen Worten mit Lang und einem weiteren Taucher am Halbendorfer See. Zu dritt sei man getaucht in circa vier Meter Tiefe, als Lang plötzlich keine Schwimmbewegungen mehr gemacht habe. Die beiden Taucher holten Lang sofort an die Wasseroberfläche und ans Ufer, setzten den Notruf ab und begannen mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Wie die sächsische Polizei am späten Abend mitteilte, konnte er mithilfe einer Notärztin reanimiert werden und wurde mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert. Aus diesem wurde er anschließend in eine Cottbuser Klinik verlegt, wo er am Samstag in den Abendstunden verstarb.

Gedenken an Spremberger Notarzt FOTO: Von Detlef Bogott