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| 17:43 Uhr

Senftenberg
Mehr Platz für die Schnapsidee

Die ersten Kartons mit Ware und Büromaterial sind am neuen Standort gelandet und werden von den beiden Unternehmern Heiko Tänzer und Danilo Trasper zur richtigen Stelle bugsiert. Der große Umbau des einstigen Bus-Betriebshofes zur Eierlikör-Schaumanufaktur startet am Montag.
Die ersten Kartons mit Ware und Büromaterial sind am neuen Standort gelandet und werden von den beiden Unternehmern Heiko Tänzer und Danilo Trasper zur richtigen Stelle bugsiert. Der große Umbau des einstigen Bus-Betriebshofes zur Eierlikör-Schaumanufaktur startet am Montag. FOTO: PETER ASWENDT / Aswendt Peter
Senftenberg. Senftenberger Eierlikör-Manufaktur zieht um in den Betriebshof der Südbrandenburger Nahverkehrsgesellschaft. Der Umbau zur Schaumanufaktur mit 60 Plätzen startet am Montag.

Sie sind mit ihrer Schnapsidee auf der Überholspur. Mit ihrem handgemachten „Scharfen Gelb“, einem Eierlikör, der noch schmeckt wie zu Omas Zeiten, schreiben sie seit acht Jahren eine Erfolgsgeschichte, die in der Region ihresgleichen sucht.

Angefangen mit einer Kiste mit 45 Flaschen, laufen heute 3500 Flaschen am Tag vom Band. Von der Ostseeküste bis in den Thüringer Wald arbeiten Senftenbergs Eierlikör-Macher mit festen Vertriebspartnern zusammen. Der 2017er-Jahresumsatz liegt jenseits der Millionengrenze. 7000 Besucher haben im Vorjahr im Schauraum verfolgt, wie der Eierlikör in die Flasche kommt. Einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht hat auch der online-Versand. Mit seiner Hilfe werden die Flaschen mit dem süffigen „Scharfen Gelb“ bis nach England und in die USA katapultiert.

Mit diesem Tempo kann die kleine Bäckerei an der Senftenberger Mittelstraße, in der bis heute produziert wird, nicht länger mithalten. „Wir platzen aus allen Nähten und sind an unseren Kapazitätsgrenzen angekommen“, bestätigt Heiko Tänzer. Dass sie sich kümmern müssen, haben die beiden umtriebigen Geschäftspartner seit einigen Jahren gewusst. Von Anfang an liebäugelten sie dabei mit einem touristisch attraktiven Standort in Seenähe. Für ihre Idee von einer großen Schaumanufaktur, ähnlich wie die Schokoladenwelt in Hornow oder das Nudelcenter in Riesa, waren im Laufe der Zeit verschiedene Standorte im Lausitzer Seenland im Gespräch. Auch mit der Stadt Senftenberg haben sie über eine Fläche in Seenähe verhandelt.

Am Ende spielte den beiden Unternehmern aber König Zufall in die Karten. Sie wurden auf den verwaisten Betriebshof der ehemaligen Südbrandenburger Nahverkehrsgesellschaft (SBN) in der Spremberger Straße der Kreisstadt aufmerksam gemacht. „Der See ist zwar ein Stückchen weg, der Standort passt dennoch hervorragend zu unserer Manufaktur-Idee“, erklärt Geschäftsführer Danilo Trasper.

Mit dem Kauf der Immobilie auf dem 11 000 Quadratmeter großen Grundstück beginnt für Senftenbergs Eierlikör-Macher eine neue Ära. Der neue Firmensitz bietet genügend Platz, damit das Unternehmen weiter wachsen kann. Das beginnt bei der Abfüllmaschine. Anstatt bisher sechs Flaschen, können im größeren Produktionsraum künftig neun Flaschen gleichzeitig abgefüllt werden. Vom Schaubereich aus können bis zu 60 Besucher die Produktion des Eierlikörs verfolgen.

Der Umbau des Bus-Betriebshofes zur großen Schau-Manufaktur startet am Montag. Neu gestaltet wird dabei auch die Fassade. „Die wird ein Hingucker an der Spremberger Straße und für Gesprächsstoff sorgen“, macht Heiko Tänzer die Senftenberger schon einmal neugierig. Kauf und Umbau des Betriebshofes zum neuen Firmensitz lassen sich die zwei Unternehmer einen Millionenbetrag kosten. „Im unteren siebenstelligen Bereich“ - mehr verraten sie nicht. Wohl aber, dass für Verkauf, Produktion und Lagertätigkeiten zwei bis drei neue Mitarbeiter gesucht werden.

Zur Eröffnung am 1. Mai wird natürlich eine Überraschungs-Edition des süffigen Gelbs präsentiert. Was genau zur Einweihung in die Flasche kommt, dazu halten sie sich noch bedeckt. „Wer uns kennt, weiß, dass wir uns etwas Besonderes einfallen lassen“, verspricht Danilo Trasper.