| 09:55 Uhr

Krach auf der B 169
Allmosen-Blitzer soll Lärm mindern und Temposünder abschrecken

Allmosen. Für 160 000 Euro will der Landkreis in der Ortsmitte an der Bundesstraße 169 eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage mit zwei Kameras errichten.

Euphorisch klingt anders: „Die Blitzergeschichte ist eine gute Geschichte. Sie löst aber das Problem nicht“, sagt Allomosens Ortsvorsteher Bernhard Demuth. Das Problem ist der Krach, den Tausende Laster auf der Bundesstraße 169 pro Tag hinterlassen und besonders den Anliegern in erster Reihe die Ruhe rauben. Bernhard Demuth meint dabei nicht den Lärm, den hiesige Lkw auf ihrem Weg zur Firma oder zum Kunden verursachen. „Der Ziel- und Quellverkehr soll bleiben. Wir wollen ja nicht die Wirtschaft kaputt machen“, sagt er. Was den Ortsvorsteher nervt, sind die Brummifahrer, die den Umweg über die Autobahn meiden, um Zeit und Maut zu sparen. Dass es trotz zweier Gerichtsurteile nicht möglich ist, dem Transitverkehr einen Riegel vorzuschieben und die Straße für diesen einfach zu sperren, könne er nicht nachvollziehen.

Nun soll neben dem neuen Asphalt, der seit September vorigen Jahres auf der Ortsdurchfahrt liegt, ein stationärer Blitzer den Verkehrslärm mindern, indem er Temposünder abschreckt. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat dafür die Planung vorangetrieben. Eine Beschlussvorlage diskutieren die Kreistagsabgeordneten am kommenden Montag im Ausschuss für Kreisentwicklung. Aus dem Papier geht hervor, dass die Anlage inklusive Software und Auswertungstechnik rund 160 000 Euro kosten wird. Das Geld muss der Kreis selbst aufbringen, da das Land keine Fördermittel bereitstellt. Dass der Betrieb der Anlage diese hohen Kosten einspielt, ist unwahrscheinlich. Auch fallen die laufenden Kosten laut Kreisverwaltung wohl höher aus als die Einnahmen. Ausgestattet werden soll die Anlage, die unweit des Zebrastreifens und der Bushaltestelle auf kommunalem Boden errichtet werden soll, mit zwei Kameras für beide Fahrtrichtungen. Sie soll stabil und für Vandalen möglichst nicht angreifbar sein.

Neben der verhaltenen Freude über den Blitzer, den Allmosen vermutlich bekommen wird, keimt bei Ortsvorsteher Bernhard Demuth auch immer noch die kleine Hoffnung, dass es doch irgendwann einmal mit der Ortsumfahrung klappt. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 wurde diese Maßnahme in den vordringlichen Bedarf eingeordnet.