| 17:09 Uhr

weite Kontrolle am Donnerstag
Klarheit zu Keimen im Wasser

Sie trinken das Forster Wasser weiterhin: Thomas Winkler von der NBB (l.) und Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke Forst. Von der Keimbelastung ist nur ein kleiner Teil des Netzes betroffen.
Sie trinken das Forster Wasser weiterhin: Thomas Winkler von der NBB (l.) und Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke Forst. Von der Keimbelastung ist nur ein kleiner Teil des Netzes betroffen. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Seit einer Woche spülen Stadtwerke Leitungen. Ergebnis der zweiten Analyse liegt Montag vor. Von Katrin Kunipatz

Ein Glas Leitungswasser oder eine Tasse Kaffee? Wolfgang Gäbler und Thomas Winkler entscheiden sich für Wasser. Auch nachdem Keime in einem Teil des Forster Trinkwassernetzes gefunden wurden, sind der Geschäftsführer der Stadtwerke Forst und der Netzleiter im NBB-Regionalzentrum Forst von der Güte des Forster Trinkwassers überzeugt.

Betroffen sind 30 der rund 5500 Hausanschlüsse im Trinkwassernetz der Stadtwerke. Die Zahl der betroffenen Personen schätzt Geschäftsführer Gäbler auf rund 1000, weil mit dem Kreishaus und dem Oberstufenzentrum zwei große Abnehmer in dem Gebiet liegen. Belastet ist das Trinkwasser mit coliformen Keimen. Wolfgang Gäbler vermutet, dass sich Verkrustungen an den Innenwänden der Trinkwasserleitungen gelöst haben. Dieser sogenannte Biofilm kann sich lösen. Grund sind Erschütterungen oder Baumaßnahmen, wie sie in Forst aktuell in der Hochstraße, der Gubener und der Mühlenstraße stattfinden. Große Rohrbrüche, bei denen Schmutz ins Trinkwassernetz gelangen kann, habe es nicht gegeben.

Unklar ist, seit wann das Trinkwasser im Gebiet Richard-Wagner-, Insel-, Jänicke- und Heinrich-Heine-Straße belastet ist. Monatlich wird das Wasser im Wasserwerk Keune analysiert. „Jetzt und auch in den zurückliegenden Jahren gab es hier keine Auffälligkeiten“, so Gäbler. Nach einem vorgegebenen Plan werden regelmäßig Proben in öffentlichen Einrichtungen genommen und untersucht. Zusätzlich analysiert das Gesundheits­amt das Wasser im Kreishaus. Und bei der Kontrolle Ende Januar seien Keime festgestellt worden, erläutert der Geschäftsführer. Daraufhin wurden die Stadtwerke informiert, um zu prüfen, ob eine Keimbelastung im Netz vorliegt. Am Montag vergangene Woche wurden Proben entnommen. Wie Wolfgang Gäbler erläutert, muss das Wasser 48 Stunden stehen und wird danach von einem akkreditierten Labor untersucht. Dies dauert weitere 48 Stunden. Am Donnerstag lagen die Ergebnisse vor: Eine einstellige Anzahl an Keimen sei in der Probe nachgewiesen worden. In Abhängigkeit von der Fließrichtung des Wassers und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt habe man daraufhin im Verlauf des Freitags die Abkochanordnung in den betroffenen Haushalten verteilt. Das Schreiben ohne eine konkrete Benennung der betroffenen Straßenzüge sorgte in Forst für Verunsicherung. „Leider hat es andere Wege genommen, als wir erwartet haben“, sagt Wolfgang Gäbler. Erst am Montag konnten die Stadtwerke klarstellen, wo genau das Trinkwasser nur abgekocht verwendet werden soll.

Um die Keimbelastung zu reduzieren, wird der betroffene Leitungsbereich seit einer Woche gespült. Zwischen 300 und 400 Liter Trinkwasser laufen täglich in den Mühlgraben. Rund 5000 Euro koste dies, so Thomas Winkler von der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB). Gespült wird, bis die Wasserproben keimfrei sind. Die nächste Probe wird am Donnerstag entnommen. Am Montag dann werden die Ergebnisse vorliegen. „Wenn die Keimzahl null ist, können wir in Abstimmung mit dem Gesundheits­amt das Abkochgebot aufheben“, sagt Wolfgang Gäbler. Ansonsten müssten die Spülmaßnahmen fortgesetzt und eventuell weitere Spülstellen festgelegt werden.