| 18:33 Uhr

Bei der 5. Auflage
Unwetter stoppt den Brückenlauf

Rita Wartmann (Nummer 21) und Michaela Urner (Nummer 54) sind aus der Bundeshauptstadt nach Lichterfeld gereist, um am Brückenlauf teilzunehmen.
Rita Wartmann (Nummer 21) und Michaela Urner (Nummer 54) sind aus der Bundeshauptstadt nach Lichterfeld gereist, um am Brückenlauf teilzunehmen. FOTO: Mirko Sattler
Lichterfeld. Eine der spektakulärsten Laufsportveranstaltungen  gab es am Freitagabend wieder an der F 60 in Lichterfeld zu erleben. Bei der fünften Auflage des Brückenlaufs meinte es das Wetter jedoch nicht gut mit den Athleten. Von Mirko Sattler

Zum 5. Mal waren Läufer an das Besucherbergwerk eingeladen, die einmal etwas Außergewöhnliches machen wollten. „Insgesamt gibt es nur fünf Förderbrücken auf der Welt. Wir sind die einzigen, bei der man sich über ein ehemaliges Tagebaugroßgerät messen kann“, erklärte Veranstalter André Speri. Dass dieser spektakuläre Lauf bei den Läufern angenommen wird, zeigen die Besucherzahlen. „Vor fünf Jahren haben wir mit gerade einmal 36 Teilnehmern angefangen. Heute haben wir eine Teilnehmerzahl von 80. Bergbaurechtlich könnten wir noch bis 100 Teilnehmer hoch gehen, doch dann ist Schluss“, so Speri weiter.

Nach einer gründlichen Einweisung und eines Streckenabganges ging es im 30-Sekundentakt auf die Strecke. „Aufgrund des anrückenden Gewitters haben wir den Start in Abstimmung mit den Läufern um eine Viertelstunde nach vorn gezogen. Während wir den Regen nicht fürchten und den Lauf trotzdem weiter führen, müssen wir bei Gewitter und Sturmböen über 20 Meter pro Sekunde die Förderbrücke aus Sicherheitsgründen verlassen“, erklärte André Speri.

Und wie es wollte, so kam es dann auch. Das in der Ferne schon sichtbare Gewitter zog genau auf die Förderbrücke zu. Zwar sind bis zu diesem Zeitpunkt 30 Starter auf der gut 1000 Meter langen Strecke gewesen, doch nur 24 Teilnehmer schafften bis zum Rennabbruch das Ziel  auf dem Aussichtspunkt in 74 Metern Höhe.  Die restlichen  Läufer wurden von den sechs Streckenposten abgefangen und sicher von der Förderbrücke geleitet.

Nach dem Rennabbruch stand es jedem Teilnehmer frei, zu warten, bis das Gewitter vorüber ist und die Veranstaltung wieder neu gestartet wurde, oder ganz abzubrechen mit Rückgabe des Startgeldes. „Diese Entscheidung war richtig und aus Sicherheitsgründen notwendig“, so Speri.

Von den 80 angetretenen Startern erreichten am Ende 61 Teilnehmer eine Zielzeit.  Auch der älteste Teilnehmer nahm die kurze Laufpause gelassen in Kauf. „Ich bin heute zum 5. Mal dabei. Für mich macht es viel Spaß und es bereitet mir sehr viel Freude, hier mitzulaufen. Ein Brückenlauf ist nicht mit einem anderen Lauf zu vergleichen. Es ist einfach einmal eine Abwechslung“, sagte Werner Mudlack aus Finsterwalde. Der 83-Jährige kam mit dem Rad zur Veranstaltung und läuft in seiner Freizeit wöchentlich im Schnitt rund sieben Kilometer. Beim Brückenlauf kam er mit einer Zeit von 16:24 Minuten ins Ziel.

Ebenfalls einen Heimvorteil verspürte Annette Zickert. „Zum 3. Mal bin ich mit meinem Mann dabei. Für mich ist nicht die Zeit wichtig, sondern die Bewältigung eines Ziels. Jedes Mal bedeutet es für mich Mut, oben anzukommen. Der wohl schwierigste Teil des Laufs sind die beiden langen schrägen Teilstücke kurz vor dem Ziel. Zwar bin ich oben immer fix und fertig, doch abbrechen kommt für mich nicht in Frage“, so die 46-jährige Lieskauerin, die am Freitagabend mit einer Zeit von 8:13 Minuten das Ziel in 74 Metern Höhe erreichte. Für ihren Bekannten Meik Mittag ist der Brückenlauf eher ein Spaßlauf. „Auch ich bin von Anfang an dabei. Normalerweise laufe ich  in den Laufserien Elbe-Elster und Lausitzlauf mit. Der Brückenlauf ist aber ein besonderes Event, das einmalig ist. Normalerweise laufe ich keine Treppenläufe mit, doch dieser Lauf findet genau vor meiner Haustür statt und da muss man schon mal dabei sein“, so der 53-jährige Finsterwalder, der am Ende den 17. Platz mit einer Zeit  von  5:55 Minuten für sich verbuchen konnte.

Gerade noch rechtzeitig vor dem Rennabbruch ins Ziel kam Michaela Urner. Die Berlinerin war zum ersten Mal dabei. „Es ist eine tolle Erfahrung und etwas ganz anderes als ein Marathon. Oben kann man die gute Aussicht bewundern. Bis auf meinen ersten Halbmarathon vor zwei Jahren laufe ich sonst in meiner Freizeit nicht und gehe dafür ins Fitnesscenter“, verriet unten wieder im Startzelt angekommen die 41-Jährige. Mit einem 48. Platz lag sie mit ihrer Zeit im guten Mittelfeld in der Gesamtwertung.

Am Samstagvormittag startete dann der Volkslauf am Fuße des liegenden Eifelturmes. Hier ging es auf vier Strecken um Ranglistenpunkte für die Sparkassenlaufserie Elbe-Elster und die Lausitz-Laufserie durch die wunderschöne Natur rund um den Bergheider See.