| 22:17 Uhr

Die Lausitz feiert
Blick in die Zukunft der Region

Politischer Aschermittwoch in Cottbus FOTO: Von Michael Helbig
Cottbus. Der Politische Aschermittwoch von Lausitzer Rundschau, IHK und Handwerkskammer lockt über 200 Gäste in die Cottbuser Chemiefabrik.

Zum traditionellen Politischen Aschermittwoch von LAUSITZER RUNDSCHAU, Handwerkskammer Cottbus und Industrie- und Handelskammer Cottbus haben sich am gestrigen Mittwochabend mehr als 200 Politiker, Unternehmer und Verbandsvertreter der gesamten Region in Cottbus getroffen. Bei einem deftigen Grünkohlessen konnten die Gäste zum Ausklang des Karnevals über die wirtschaftliche Lage in der Lausitz und im Elbe-Elster-Land fachsimpeln und einen kleinen Ausblick in die Zukunft der Region werfen.  

Den Anfang machte Oliver Haustein-Teßmer, Chefredakteur der LAUSITZER RUNDSCHAU. Er sprach über die großen Themen, die derzeit die Menschen in der Lausitz bewegen: Die Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Cottbusern wie auch die Risiken des Strukturwandels, die aus seiner Sicht dazu führen, dass viele Amtsträger derzeit ungewöhnlich angespannt agieren, dabei zum Teil auch Journalisten in ihrer Arbeit behindern. „Journalisten brauchen freien Zugang zu Informationen, damit sich unsere Gesellschaft frei entwickeln kann“, so Haustein-Teßmer.

Ebenfalls wichtig für eine positive Entwicklung sei der Ausbau des regionalen Breitbandnetzes, ohne den die notwendige Digitalisierung hiesiger Unternehmen gebremst werde. „Was nützt das schöne E-Paper der RUNDSCHAU, wenn es der Leser im Spreewald kaum runterladen kann.“

Für Corina Reifenstein, Vizepräsidentin der Handwerkskammer, war der Abend in der Chemiefabrik auch deshalb ein Erfolg, weil der Frauenanteil unter den Gästen ungewöhnlich hoch war. „Ich bin sonst anderes gewöhnt“, verriet sie lächelnd. Als Unternehmerin in der Baubranche  sei sie oft die einzige Frau, in ihrer Firma arbeiten fast ausschließlich Männer. „Aber auf der Baustelle tanzen sie alle nach meiner Pfeife.“

Peter Kopf, Präsident der Indus-
trie- und Handelskammer, nutzte die Gelegenheit, die anwesenden Politiker – allen voran Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) ins Gewissen zu reden. „Die Politik muss klare Vorgaben machen, damit sich die Wirtschaft auch weiter positiv entwickeln kann.“ Derzeit liefen die Geschäfte saisonbedingt etwas ruhiger, die Auftragsbücher aber seien voll. „Besonders gefreut habe ich mich über die jüngste Potenzialanalyse der Bergbau- und Kraftwerksbetriebe. Sie zeigt, dass unsere Firmen sich derzeit weltweit umschauen, um sich möglichst gut auf den Strukturwandel einzustellen.“

Die schon zur Tradition gewordene Tanzeinlage des Abends kam von den Raw Diamonds, die mit ihren modernen Kostümen und eigenwilliger Choreografie spannende Akzente setzten – und sich auch durch eine kleine technische Panne nicht aus der Ruhe bringen ließen. Die Original Lausitzer Blasmusikanten und der etwas glücklose Businesskabarettist Frank Astor rundeten den Abend in der Cottbuser Chemiefabrik ab.

Politischer Aschermittwoch in Cottbus FOTO: Von Michael Helbig
(hil)