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| 13:21 Uhr

Bischof Dröge im Interview
„Ein Signal setzen, dass Cottbus eine weltoffene und menschenfreundliche Stadt ist“

Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo)
Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) FOTO: Sophia Kembowski / ZB
Cottbus/Berlin. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der evangelische Bischof Markus Dröge haben gemeinsam zur Teilnahme am Sternmarsch „Cottbus bekennt Farbe“ am Donnerstag aufgerufen. Wir haben vorab mit dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) gesprochen.

Bischof Dröge, warum ist Ihnen die „Cottbus zeigt Farbe“-Demonstration am Donnerstag wichtig?

Um das Signal zu setzen, dass Cottbus eine weltoffene und menschenfreundliche Stadt ist. Es ist wichtig, zu zeigen, dass Cottbus ein Wissenschaftsstandort ist, der Zukunft hat. Und dass sich die Bürger von Cottbus nicht mit den rechten Parolen identifizieren, die dort zur Zeit Unfrieden stiften.

Wie nehmen Sie die Situation in Cottbus wahr?

Ich nehme wahr, dass die Situation sehr spannungsreich ist. Die Emotionen in der Stadt gehen sehr hoch, durch die schlimmen Vorfälle, die dort passiert sind. Das betrifft sowohl die Gewalt an Flüchtlingen als auch die Gewalt von Flüchtlingen. Das muss zurück auf eine sachliche Diskussion geführt werden.

Wann hat die Kirche denn zum ersten Mal selbst mitbekommen, dass es in Cottbus Probleme gibt?

Ich weiß, dass es schon länger in der Stadt Friedensgebete gibt. Und dass die Kollegen vor Ort sehr stark wahrnehmen, dass sich die Situation verändert hat und eine aktive Auseinandersetzung mit der Situation nötig ist, was die auch tun.

Hat das Land zu spät reagiert?

Das kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass das Land jetzt aktiv geworden ist. Und es gibt ja inzwischen die entsprechenden Unterstützungen vom Land. Ich hoffe sehr, dass dadurch wieder eine ruhigere Stimmung in der Stadt einkehrt.

Mit Bischof Markus Dröge sprach Benjamin Lassiwe.

Der Cottbuser Aufbruch organisiert am Donnerstag, 15. Februar, im Gedenken an die Bombardierung von Cottbus im Jahr 1945, erstmals einen Sternmarsch zur Oberkirche. Der Sternmarsch startet um 17 Uhr von vier Orten: der Lutherkirche, dem Staatstheater, dem Jacques-Duclos-Platz und dem BTU-Campus. Treffpunkt ist die Oberkirche um 18 Uhr.